Am 24. Juni verstarb überraschend Josef Estendorfer. Der Pferdemann aus Hohenbrunn, Jahrgang 1947, im Südosten von München war zunächst als Haflingerzüchter sehr erfolgreich, unter anderem stammten die gekörten Hengste Nordano und Nerv aus seinem Stall. Später wandte er sich der Warmblutzucht zu und richtete eine eigene Deckstation ein. 1995 kaufte er von Paul Schockemöhle den gekörten Sandro-Grannus-Sohn Sandro Boy und ließ einige seiner Stuten von ihm decken. Schon die erste Decksaison in Hohenbrunn bescherte Estendorfer zwei qualitätvolle Hengstfohlen, die später gekört wurden. Saccor (MV: Corrado) wurde in Münster-Handorf prämiert und im Landgestüt Neustadt/Dosse stationiert.
Sandro Man de L (MV: Landgraf) wurde süddeutsch und westfälisch gekört und an das Gestüt Lohmühle in Nördlingen verkauft.
Johannes Ehning brachte den Hengst in den Sport. Später ging er in die Niederlande. Ebenfalls aus Estendorfers Zucht stammt der gekörte Sandro Boy Junior (MV: Montparnasse), der zunächst auf dem Ferienhof Stücker deckte und später an die Station Sosath verkauft wurde. Sein größter züchterischer Erfolg gelang Estendorfer jedoch, als er die Landadel-Tochter Bali aus der Zucht von Konrad Straubinger mit Sandro Boy anpaarte. Mit diesem brachte Bali die sprunggewaltige Sabrina. Sie wurde von Johannes Ehning geritten, bevor sein Bruder Marcus sie übernahm. Unter ihm entwickelte sich die Stute zu einem international erfolgreichen Pferd. Estendorfer lebte mit und für seine Pferde.
Das Wichtigste in seinem Leben waren aber wohl seine beiden Söhne Josef und Andreas. Mit Paul Bengesser verbindet die Familie eine langjährige, gute Freundschaft. „Der Sepp wird uns allen fehlen“, sagte der Chef des Gestüts Lohmühle.
Die Beerdigung findet am 1. Juli um 11 Uhr
in der Pfarrkirche St. Stephanus, Hohenbrunn statt.
sn