Die Zukunft gehört Simone Blums „Springwunder“

Da war die Spannung beinahe mit Händen greifbar: Im Championat von München, einem CSI3*-Springen mit Siegerrunde ging der Sieg am Samstag Nachmittag bei Pferd International München an Marcel Marschall mit Cassius van de Smis vom Team CWD, der mit Schnelligkeit und Präzision überzeugte.

Stolze Sieger im Barrierenspringen: Helmut Schönstetter (r.) und Christoph Gaillinger. Foto: ts-foto

Überraschend kämpften sich der Italiener Riccardo Pisani und sein Pferd Cristo 28 vom Team CEP, die zusammen als einer der Lucky Loser in die Siegerrunde einzogen, auf den zweiten Platz vor. Beste bayerische Starterin war die amtierende Deutsche Meisterin Simone Blum, die sich mit Cool Hill einen elften Platz im internationalen Starterfeld erkämpfte. „Mit seinen acht Jahren hat Cool Hill heute eine tolle Leistung gebracht, auch wenn wir noch kleine Unstimmigkeiten hatten und wir noch viel lernen müssen, bin ich sicher, dass die Zukunft diesem Springwunder gehört“, freute sich die junge Frau aus dem oberbayerischen Zolling.

Am Abend ging dann auf dem Hufeisenplatz noch einmal richtig die Post ab. Im Barrierenspringen holten sich am Ende gleich zwei Bayern den Sieg. Helmut Schönstetter (Englhör) mit dem bayerischen Wallach All Star und Christoph Gaillinger (PSG Schweizer Hof) mit Schweizer Hofs La Capitol blieben als Einzige nach dem vierten Stechen immer noch ohne Fehler – das war Gold.

Auch sonst war bei Süddeutschlands größter Pferdeveranstaltung allerhand geboten. Allein am Samstag strömten rund 20.000 Zuschauer auf die Olympia-Reitanlage in München-Riem und erlebten Pferdesport in all seinen bunten Facetten. Kamen neben den sportlichen Höchstleistungen auch in der Nürnberger Dressurarena voll auf ihre Kosten. Hier war als Highlight der Preis des Gestüts Ammerland, ein CDI5* Grand Prix Special angesagt, für den sich die Reiter am Vortag im Grand Prix qualifizieren mussten. Zwar entschieden sich einige der Favoriten für die Kür am Sonntag, doch war der Special trotzdem absolut hochkarätig besetzt. Am Ende hatte das vierbeinige „Küken“ die Nase vorn: Mit einer fantastischen Runde setzte sich Jessica von Bredow-Werndl an die Spitze, die ihre elfjährige Trakehner Stute Dalera BB nach Freitag erst zum zweiten Mal in einer 5*-Prüfung an den Start brachte. „Das war eine ganz feine Runde, es hat richtig Spaß gemacht, da zuzuschauen“, zeigte sich Bundestrainerin Monica Theodorescu begeistert. Nach kleinen Fehlern landete Annabel Balkenhol (Münster) mit Trakehner Hengst Heuberger auf dem zweiten Platz. Beste Reiterin aus weißblauer Sicht war Stefanie Schatz-Weihermüller aus Bayreuth mit Wunderkind.(ms)