Eine bayerische „Rampensau“ beim Weltcup-Finale in Paris

Mit den Weltcup-Finals der Dressur- und Springreiter endet am Wochenende die internationale Hallensaison. Dorothee Schneider setzt dabei auf Bayernwallach Sammy Davis jr.

Ziehen als Zweitbeste des Quali-Rankings ins Weltcup-Finale ein: Dorothee Schneider und Sammy Davis jr. (Foto: Dill)

Marcus Ehning und Daniel Deußer vertreten die deutschen Farben im Parcours, während im Viereck drei deutsche Reiterinnen am Start sein werden: Isabell Werth, Dorothee Schneider und Bayerns Dressurstar Jessica von Bredow-Werndl. Die Aubenhausenerin stand bereits bei zwei Weltcup-Finals auf dem Podest: 2015 und 2016 wurde sie jeweils Dritte. In der nun zu Ende gehenden Hallensaison war sie mit ihren Spitzenpferden Unée BB und Zaire-E erfolgreich und war in Herning, Stuttgart, Salzburg, Amsterdam und s’-Hertogenbosch platziert. Mit 62 Punkten ist die vor dem Finale Dritte des Rankings. Ihr Partner in Paris soll der routinierte KWPN-Hengst Unée B sein.

Auf einen Bayernwallach setzt Dorothee Schneider bei ihrer Premiere: Die 49-jährige Team-Olympiasiegerin und -Europameisterin qualifizierte sich zum ersten Mal in ihrer Karriere fürs Weltcup-Finale. Mit Sammy Davis jr. (von San Remo/Wenckstern; Z.: Hans Volkert, Georgensgmünd) gewann sie die Qualifikation in Salzburg, mit insgesamt 72 Punkten qualifizierte sie sich für Paris. Jetzt ist die Freude verständlicherweise groß, und etwas aufgeregt ist die Reiterin bei aller Routine dennoch:

„Ich freue mich unheimlich auf mein erstes Weltcup-Finale“, erklärte sie im Vorfeld. „Ich bin mächtig stolz auf Sammy und darauf, dass wir es unter die drei besten Deutschen und an die zweite Stelle des Weltcup-Rankings geschafft haben. Sammy hat vier tolle Qualis abgeliefert und ist fit und motiviert. Natürlich ist es etwas Besonderes, deshalb fahre ich auch mit einem positiven Gänsehaut-Feeling nach Paris. Kalt lässt mich das nicht, aber ich freue mich einfach drauf und möchte versuchen unseren tollen Sport zu zelebrieren. Ich denke, wenn man sich gut vorbereitet, braucht man auch nicht nervös zu sein. Sammy lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und strotzt vor Selbstbewusstsein. Er ist eher eine Rampensau und genießt den Applaus. Sammy weiß, dass er schön ist und präsentiert sich gerne, er konzentriert sich aber trotzdem auf das Wesentliche.“ Und ihr Ziel in Paris? „Meine Devise ist immer das Bestmögliche zu geben und eine möglichst fehlerfreie Runde zu zeigen. Was am Ende dabei herauskommt steht auf einem anderen Blatt. Ich fände es klasse, wenn wir es unter die Top-Fünf schaffen. Aber im Pferdesport gehören eben immer zwei Lebewesen dazu, die eine Symbiose eingehen möchten. Wenn das gut läuft, wir beide fit und konzentriert bleiben, dann können wir auch vorne mithalten.“

Ausgerechnet am Freitag, den 13. April, geht’s los. Dann steht am Nachmittag für alle 18 qualifizierten Paare der Grand Prix auf dem Programm. Am Sonntag ab 14 Uhr folgt die Kür, für die sich alle Reiter mit einem Mindestergebnis von 60 Prozent im Grand Prix qualifizieren. Glücklicherweise sind Pferde nicht abergläubisch! (pm/mic)