Elite-Warmblut-Fohlenauktion München-Riem: Manchester van’t Paradijs stellt Preisspitze

Bei herrlichstem Spätsommerwetter bot die Olympia-Reitanlage in München-Riem am 15. September eine tolle Bühne für die zweite Fohlenauktion des Landesverbandes Bayerischer Pferdezüchter e.V. in diesem Jahr.

Weckte Begehrlichkeiten: Das Fohlen von Manchester van’t Paradijs war bei der Auktion die Preisspitze. (Foto: Fischer)

Das 51 Fohlen umfassende Lot, erweckte bereits bei der Präsentation in der Olympia-Reithalle unter der fachlichen Kommentierung von Hendrik Schulze Rückamp großes Interesse bei den zahlreich erschienenen Kaufinteressierten und Zuschauern. Pünktlich um 17.30 Uhr betraten Auktionator Hendrik Schulze Rückamp und der 1. Vorsitzende des Landesverbandes Bayerischer Pferdezüchter e.V., Georg Ochs, die Auktionshalle. Bevor Schulze Rückamp sein Rosenholzhämmerchen schwang, um die aufgetriebenen Youngsters zu versteigern, begrüßte Georg Ochs das Publikum und nahm die diesjährigen Ehrungen vor. Geehrt wurde Veronika Aigner, die sich jahrelang als aktive Jungzüchterin für die Züchter und den Landesverband bei zahlreichen Veranstaltungen engagierte. Sowohl bei nationalen, als auch internationalen Wettkämpfen vertrat sie die Farben der bayerischen Jungzüchter erfolgreich.

Wie jedes Jahr wurden auch die Top Züchter des Jahres 2017 mit den Bronze-Pferdestatuen, die als Wanderpokale für ein Jahr vergeben werden, in den Mittelpunkt gestellt. Im Bereich Springen sammelten 2017 die Pferde aus dem bayerischen Haupt- und Landgestüt Schwaiganger, Ohlstadt, die höchste Jahresgewinnsumme. Rasso Höck, Leitender Landwirtschaftsdirektor, und Oskar Preischl, Pferdewirtschaftsmeister, nahmen die Ehrung für das Haupt- und Landgestüt entgegen. 2017 liefen 68 Pferde aus der Zucht Schwaigangers erfolgreich im deutschen Turniersport, zahlreiche auch international. Die Gesamt-Jahresgewinnsumme der Pferde betrug 39.465 Euro, die sowohl in Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Fahren Siege und Platzierungen mit nach Hause brachten. Das erfolgreichste Pferd war der süddeutsche Prämienhengst Arrivederci v. Asti Spumante/Pilot unter Lawrence Greene mit 21.264 Euro.

Mit 67.853 Euro lagen die Dressurpferdezüchter Hans und Heidi Volkert, Rittersbach, mit deutlichem Abstand im Bereich Dressur in Führung. Das erfolgreichste Pferd aus ihrer Zucht war Sammy Davis jr v. San Remo aus der Leistungsstute Wenja v. Wenckstern mit einer Jahresgewinnsumme von 58.055 Euro. Der 2006 geborene Wallach aus dem Besitz von Matthias Herbert ist unter Dorothee Schneider bei den schwersten Championaten der Welt erfolgreich. Er ist bereits Mannschafts-Europameister und wurde nun aktuell in Tryon zum Mannschafts-Weltmeister gekürt.

Preisspitze nach Dänemark

In der bestens präparierten Olympia-Reithalle konnte sich die Nachzucht des aktuellen Jahrgangs hervorragend in Szene setzen und fünf Fohlen knackten die 10.000 Euro-Marke. Für das Publikum bot die Olympia-Reithalle gute Bedingungen, denn an den Tischen und auf der Tribüne konnte das Auktionslot während den Auftritten optimal in Augenschein genommen werden.

Besondere Begehrlichkeiten weckte der typvolle Sohn des, auf der Hengststation Holzeder in Malching stationierten, Manchester van’t Paradijs aus der Leistungsstute Eskara v. Balou du Rouet. Der schicke Braune aus dem Züchterstall von Franz Kopp, Altheim, wusste sich jederzeit mit seinem dynamischen Auftreten bestechend in Szene zu setzen. Ein spannendes Bieterduell entbrannte zwischen den Kaufinteressierten in der Auktionshalle und einem bedeutenden Springstall in Dänemark, der über das Telefon von Norbert Paul schlussendlich den längeren Atem hatte. Bei 15.000 Euro fiel das Rosenholzhämmerchen des Auktionators und das Publikum feierte die diesjährige Preisspitze.

Ebenfalls ein springbetontes Pedigree wies das zweitteuerste Fohlen auf, das bei 13.500 Euro den Zuschlag erhielt. Der unerschrockene und bereits sehr abgeklärte Sohn des Colorit aus der bis zur Springprüfung Klasse M2* erfolgreichen Leistungsstute Grande Dame v. Levantos I. Der Hengst aus dem Züchterhaus von Franz Hauschka, Markt Nordheim, wird sein zukünftiges Zuhause in der Nähe von Landshut haben.

Eine Familie aus Eggenfelden machte sich die Freude und ersteigerte aus der Zucht von Gabriele und Werner Rohrmoser, Langerringen, eine Don Index-Tochter aus der Leistungsstute Dunka v. San Amour. Die lackschwarze Ballerina verzauberte mit ihrem eindrucksvollen und schwungvollen Bewegungsablauf das Publikum und der Hammer des Auktionators fiel bei 11.500 Euro.

Das Gesamtergebnis dieser 14. Bayerischen Elite-Warmblut-Fohlenauktion lag bei 270.950 Euro, wobei ein Durchschnittspreis von 5.419 Euro erzielt wurde. (dehn/pm)