EM Rotterdam: Der „wahr gewordene Traum“ – Kür-Bronze für Jessica von Bredow-Werndl

Einen „super thriller“ nannte Isabell Weth die heutige Kür-Entscheidung. Zurecht: Wer eine Medaille wollte, musste zumindest nahe an die 90 Prozent reiten. Die Aubenhausenerin Jessica von Bredow-Werndl hat’s geschafft …

Das deutsche Medaillen-Trio der EM-Kür (v.l.): Vizemeisterin Dorothee Schneider, Europameisterin Isabell Werth und Bronzemedaillengewinnerin Jessica von Bredow-Werndl. (Foto: Stefan Lafrentz)

„Ich habe das geträumt und jetzt ist der Traum wahr geworden“, strahlte Jessica von Bredow-Werndl nach ihrer Kür mit der zwölfjährigen Trakenerstute TSF Dalera BB, die mit 89,107 Prozent bewertet wurde. „Isabell war vor einigen Jahren noch mein Coach. Jetzt mit ihr im Team zu sein, ist einfach fantastisch“, erklärte sie.

Und die von ihr angesprochene Isabell Werth war einfach nur glücklich – „happy“ war das Wort, das ihr in den ersten Interviews am häufigsten über die Lippen kam. Ihren neunten EM-Einzeltitel gewann die Rheinländerin heute mit der 15-jährigen Westfalenstute Bella Rose, die ihrer Freundin und Mäzenin Madeleine Winter-Schulze gehört, in der Kür – und das mit sagenhaften 90,875 Prozent. Trotz dieses hervorragenden Ergebnisses war die Entscheidung um Gold und Silber ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Dorothee Schneider und Showtime FRH tanzten zu 90,561 Prozent. Und wer weiß – wenn Schneiders 13-jähriger Hannoveraner nicht in den letzten Piaffen etwas den Rhythmus verloren hätte …?

Am Ende jedenfalls standen drei deutsche Dressurreiterinnen auf dem Treppchen und feierten mit ihren Fans. Isabell Werth ließ den Korken der Champagnerflasche knallen und machte wie in der Prüfung „alle nass“. Am Ende aber bekam jede etwas aus der Pulle ab. Wie vom Kuchen in der Prüfung…

Jessica von Bredow-Werndl blickte übrigens bereits kurz nach ihrem Triumph in die Zukunft: „Es fühlt sich an wie der Beginn einer Reise“, kommentierte sie ihre erste Einzelmedaille bei einer Europameisterschaft. Auf dieser Reise begleiten wir sie gerne. mic