EM Rotterdam: Simone Blum Vierte im Einzel-Springen

Knapp an einer Medaille vorbei: Die Weltmeisterin aus Oberbayern und ihre DSP Alice beenden die Springreiter-Europameisterschaften als bestes deutsches Paar.

Sprunggewaltig auf Platz vier: Sinone Blum und Alice bei der zweiten Runde der Einzel-Entscheidung in Rotterdam. (Foto: Stefan Lafrentz)

Blums Teamkollege Marcus Ehning und Comme il faut erreichten ebenfalls den finalen Umlauf und wurden Fünfte. Daniel Deußer und Tobago Z beendeten die erste Runde der Einzel-Entscheidung mit zwei Abwürfen und wurden in der Gesamtwertung 14. Der Vierte im Bunde des deutschen Teams, Christian Ahlmann trat im Einzel-Wettbewerb nicht mehr an.

Die beste Ausgangssituation vor dem Einzel-Finale, das über zwei Umläufe ausgetragen wurde, hatte zunächst der in Belgien lebende Daniel Deußer mit dem Zangersheider Hengst Tobago, der in Rotterdam sein erstes Championat bestritt. Nach den zwei Abwürfen heute erklärte er: „Den letzten Tag hatte ich mir natürlich anders vorgestellt, das war ein bisschen enttäuschend. Der Plan war, noch aufzuholen anstatt Boden zu verlieren. Am Ende des Parcours war dann leider die Luft etwas raus, aber es war auch warm heute und die Woche lang.“

Von Platz 15 auf vier hoch ging es zunächst für Marcus Ehning  aus dem Münsterland mit Comme il faut. Der zwölfjährige westfälische Hengst absolvierte die letzten beiden Runden bei seiner Championatspremiere ohne Fehler. Lediglich ein Strafpunkt für Zeitüberschreitung kam im zweiten Umlauf hinzu. „Ich habe am Freitag schon gemerkt, dass mein Pferd in einer unglaublichen Form ist, das hat er heute mehr als bestätigt, da war nirgendwo ein Wackler in den zwei Runden. Der Zeitfehler geht ein bisschen auf meine Kappe“, so Ehnings Kommentar.

„Ein bisschen enttäuscht“

Ebenfalls viel Boden gut machte am letzten Tag das Dreamteam aus Bayern, die Weltmeisterinnen Simone Blum und DSP Alice. Sie lagen vor dem Finale mit 6.21 Strafpunkten knapp hinter Deußer. Ein einziger Abwurf war ihnen bis dahin passiert, im Mannschaftsfinale. Am Einzel-Finaltag starteten sie mit einer starken Nullrunde im ersten Umlauf, in der zweiten Runde kam noch ein Abwurf hinzu, sodass die beiden die EM mit 10.21 Strafpunkten abschlossen. „Enttäuscht ist man immer ein bisschen, aber das ist an dieser Stelle nicht richtig, weil Alice wieder super gesprungen ist“, sagte Blum über ihre zwölfjährige Stute. „Es waren unheimlich anstrengende Tage hier mit vielen Runden und sie hat wieder ihr Bestes gegeben. Ich bin froh, dass Alice bis hierhin so eine tolle Saison gegangen ist. Am Schluss wäre natürlich eine Medaille schöner gewesen, aber jetzt ist es so.“

Erstmals in seiner Karriere gewann der 27-jährige Schweizer Martin Fuchs einen internationalen Einzel-Titel. In Rotterdam stand er auf dem Podium vor dem Briten Ben Maher, der mit dem Chacco-Blue-Sohn Explosion W bis zum letzten Umlauf geführt hatte. Dritter wurde das belgische Paar Joy Verlooy und Igor.

27 Jahre und die 11. EM

Der Sieg von Fuchs war ein emotionaler Moment – selten hat ein Mann bei der Siegerehrung den Tränen so sehr freien Lauf gelassen – und es war einer ganz nach dem Motto „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.“ Sein Vater Thomas Fuchs war für die Schweiz unter anderem bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona am Start, seine Mutter Renata war Meisterin der Eidgenossen im Jahr 1990. Ihr übrigens überreichte der Sohn noch während der Siegerehrung seinen Blumenstrauß – eine schöne Geste.

Der Sohn ist trotz der jungen Jahre reich an internationaler Erfahrung: Die Europameisterschaften in Rotterdam waren seine elften kontinentalen Championate in verschiedenen Altersklassen. Mit seinem aktuellen EM-Pferd Clooney gewann er bei den Europameisterschaften 2015 in Aachen und 2017 in Göteborg Team-Bronze, bei den Weltcup-Finals 2017 in Omaha und 2019 in Göteborg in der Einzewertung die Plätze vier und zwei, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio wurden die beiden in der Einzelwertung Neunte und bei den Weltreiterspielen in Tryon im vergangenen Jahr belegten sie hinter Simone Blum und Alice Platz zwei. Pm/mic