Impfen: Training für den Ernstfall

Beim Impfen unserer Pferde ist gutes Management gefragt - was muss beachtet werden, um das einzelen Tier und den gesamten Bestand gesund zu erhalten?

Selbstverständlich: Impfen gehört zur Gesundheitsvorsorge - auch fürs Pferd. (Foto: Fotolia/Zander)

Impfen gilt – neben Entwurmungen und Zahnbehandlungen – als praktisch die einzige prophylaktische Medizin, die man einem Pferd zukommen lassen kann. Schließlich lässt sich damit in der überwiegenden Zahl der Fälle der Ausbruch diverser Infektionskrankheiten und deren Verbreitung effektiv verhindern.

  • Influenza: Für die Pferdegrippe (Influenza, Hoppegartener Husten) sind Influenzaviren verantwortlich. Diese sind verwandt mit dem Erreger der menschlichen Influenza, wobei eine Übertragung der Viren von Pferd auf Mensch (und umgekehrt) nicht vorkommt. Die Ansteckung erfolgt in der Regel als Tröpfcheninfektion, also beim Husten über die Luft durch die frei gesetzten Sekrete und schon nach zwei bis drei Tagen können alle nicht geimpften Stallgenossen außer Gefecht gesetzt sein.
  • Wundstarrkrampf: Grundsätzlich gilt: Pferde sind die für den Wundstarrkrampf anfälligste Haustierart. Hervorgerufen wird die Erkrankung durch einen von dem Bakterium Clostridium tetani gebildeten Giftstoff (Toxin). Diese Bakterien, sowie deren sehr überlebensfähige Sporen, sind überall in der Umgebung der Pferde vorhanden, insbesondere im Erdboden. Gelangen die Clostridien in Wunden, finden sie dort in der sauerstoffarmen Umgebung ideale Bedingungen um sich zu vermehren und das Toxin abzugeben. Jede Verletzung stellt eine potentielle Gefahr dar – schließlich lässt sich nur in wenigen Fällen eine Verschmutzung völlig vermeiden.
  • Equine Herpesvirusinfektion: Bei Pferden wurde bis heute eine ganze Reihe unterscheidbarer Herpesviren nachgewiesen. Inzwischen kennt man acht davon: Gegen EHV-1 und EHV-4, die gefährlichsten HerpesTypen, stehen Impfstoffe zur Verfügung. Der Herpesimpfstoff muss aber nicht EHV 1 und 4 enthalten. Es besteht eine Kreuzimmunität zwischen EHV 1 und EHV 4, d.h. wenn gegen das eine immunisiert wird, erreicht man auch eine Immunität gegen das andere. Auf dem Markt gibt es momentan nur einen Impfstoff, der beide Viren enthält (Equip EHV 1,4). Die anderen enthalten nur EHV 1.
  • Tollwut: Tollwut ist für Pferde eine absolut tödliche Krankheit. Allerdings ist Deutschland seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut, auch die umliegenden EU-Staaten sind tollwutfrei, so dass eine Impfung nur bei Pferden erforderlich ist, die z.B. in Länder reisen, in denen noch Tollwut vorkommt. „Eine Tollwut-Impfung empfehle ich momentan nicht“, sagt Dr. Norbert Wolff.