Jakobskreuzkraut: Gelbe Gefahr

Auf immer mehr Pferdeweiden macht sich das gelbe Jakobskreuzkraut breit. Es ist hochgiftig und vermehrt sich rasant. Wie kann man es erkennen und bekämpfen?

Die Weidesaison hat begonnen und Pferde und Besitzer erfreuen sich an der Zeit im Freien – doch auf dem satten Grün lauern auch Gefahren für die Vierbeiner.

Pferde reagieren äußerst empfindlich auf Pyrrolizidin-Alkaloide, die im gelb blühenden Jakobskreuzkraut enthalten sind. Für sie können 40-80 g Frischmasse je Kilo Körpergewicht tödlich sein. Das bedeutet, ein Pferd von 600 kg Gewicht müsste 24-48 kg frisches Jakobskreuzkraut fressen, um daran zu sterben. Das klingt erst mal nach viel. Doch das Tückische ist, dass es nicht abgebaut wird. Die Giftstoffe reichern sich also auch bei einer langfristigen Aufnahme kleiner Mengen nach und nach und oft unbemerkt im Pferdekörper an und führen zu irreversiblen Leberschäden.

Besonders gefährdet sind Jungtiere. Ältere Tiere erkennen die Pflanzen meist, da sie einen unangenehmen Geruch verströmen und Bitterstoffe enthalten. Deshalb werden sie oft – aber eben nicht immer – gemieden.

Symptome einer Vergiftung mit Jakobskreuzkraut:

  • Leistungsabfall
  • Lethargie oder Unruhe
  • Gewichtsverlust wegen Futterverweigerung
  • Fotosensibilität
  • Gelbfärbung der Bindehäute
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Krämpfe, Verwerfen und starke Leberschädigungen (Seneciose
    oder Schweinsberger Krankheit)

Die Behandlung einer solchen Vergiftung ist meist aussichtslos, da die Leber irreversibel geschädigt wird. Bei akuten Fällen tritt der Tod innerhalb weniger Tage ein, bei chronischer Vergiftung oft erst nach Wochen oder Monaten.

Jakobskreuzkreut keinen Boden bieten

Jakobskreuzkraut verbreitet sich rasant – die Pflanze besiedelt vor allem lückiges Grünland. Oder eben Pferdeweiden. Denn Verletzungen der Grasnarbe durch Trittschäden und die fehlende Konkurrenz von Gräsern aufgrund von Überbeweidung und vernachlässigter Nachmahd bieten ideale Bedingungen.

Das macht eine gute Grasnarbe aus:

  • ausgewogener Anteil an Ober- und Untergräsern
  • eben und trittfest
  • dicht und ohne Lücken
  • Giftpflanzen müssen entfernt werden (in Restmülltonne entsorgen oder verbrennen, sonst besteht die Gefahr der Verbreitung!)

(Text: Anna Castronovo)