Louisdor-Preis-Finale: Ferdinand BB gewinnt Kurz-Grand Prix

Das 13. Finale des Nachwuchspferde-Grand-Prix Louisdor-Preis in der Frankfurter Festhalle war für Jessica von Bredow-Werndl eine Mischung aus überlegenem Sieg und "Shit happens".

Beeindruckende Kulisse: Im Kurz-Grand Prix nahm's Ferdinand BB noch gelassen. (Foto: Lafrentz)

Den Kurz-Grand Prix zum Auftakt gewann der Hannoveraner Ferdinand BB mit der aus dem oberbayerischen Aubenhausen. Der zehnjährige Wallach von Florencio I – Lanciano hatte sich bereits im vergangen Jahr für das Louisdor-Preis-Finale qualifiziert. Seine Reiterin und Ausbilderin entschied sich damals jedoch dafür, ihm noch ein Jahr Zeit zu geben, um Kraft und Erfahrung zu sammeln. Nun gewannen die beiden den Kurz-Grand-Prix mit 76.488 Prozent. Der Abstand zum zweitplatzierten war deutlich: 73.674 Prozentpunkte erreichten Kira Wulferding (Wildeshausen) und die zehnjährige Oldenburger Stute Soiree d’Amour (von San Amour I – Latimer). Platz drei belegten Lena Waldmann und der ebenfalls zehnjährige Oldenburger Hengst Fiderdance (von Fidertanz – Don Schufro) vom Gestüt Bonhomme im brandenburgischen Werder. Die beiden erreichten 73.395 Prozent.

Die finale Entscheidung im Grand Prix barg dann allerdings einige Überraschungen: Ausgerechnet der Oldenburger L’Arbuste OLD mit seiner Reitern Senta Kirchhoff aus dem Sauerland entschied diesen Grand Prix mit 73,220 Prozent für sich. Noch in der Einlaufprüfung war der Wallach sichtlich überfordert mit der besonderen Kulisse der weihnachtlich geschmückten Festhalle. „Er war viel zu beeindruckt und das wurde während der Prüfung immer schlimmer. Deshalb habe ich die Hand gehoben und abgebrochen, denn ich hätte die Prüfung nicht mehr vertrauensvoll zu Ende bringen können. Bis zum Finale haben wir mit viel Geduld und Zucker das Vertrauen wiederaufgebaut und sind mit ihm immer wieder in die Halle gegangen“, sagte Kirchhoff, die von ihrem Mann, dem Championatsreiter Henri Ruoste trainiert und unterstützt wird.

Nerven zeigte im Finale dagegen Jessica von Bredow-Werndls Hannoveraner Ferdinand BB vor vollbesetzter Kulisse. Dennoch war sein großes Talent für die Grand-Prix-Lektionen deutlich erkennbar, was auch Dr. Dietrich Plewa, der Kommentator der Prüfung, betonte. Letztlich wurde es für Ferdinand der fünfte Platz mit einem Ergebnis von 70.460 Prozent. „Shit happens, aber ich liebe ihn trotzdem“, kommentierte Jessica von Bredow-Werndl und ergänzte: „Ich bin trotzdem total zufrieden mit seiner Entwicklung und wir hatten heute trotz der Fehler ganz viele Highlights.“

Lena Waldmann und Fiderdance belegten mit 72,300 Prozent Platz zwei, Dritte wurden  Rebroff ein zehnjähriger Rheinländer Wallach (von Robespierrot – Oula Owl xx) vom Hof Kasselmann mit Insa Hansen (71.980 Prozentpunkte).

Der Louisdor-Preis – oder auch Nachwuchspferde-Grand-Prix – ist eine Serie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für acht- bis zehnjährige Pferde, die behutsam an die schwerste Prüfungsklasse herangeführt werden sollen. Sponsor ist die Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung die die Dressurserie seit 2012 unterstützt. Sechs Qualifikationsturniere werden über die Saison hinweg in Deutschland ausgetragen. Die punktbesten Reiter-Pferd-Paare waren beim Finale in der Frankfurter Festhalle startberechtigt.