Reform: Ausbildung zum Pferdewirt

Am 1. August tritt die neue Ausbildungs-Verordnung für Pferdewirte in Kraft. Damit gibt es anstelle der vier bisherigen Schwerpunkte (Zucht und Haltung, Reiten, Rennreiten, Trabrennfahren) fünf Fachrichtungen: Pferdehaltung und Service, Pferdezucht, Klassische Reitausbildung, Pferderennen sowie Spezialreitweisen. „In der Vergangenheit wurden die Schwerpunkte von vielen als qualitativ sehr unterschiedlich eingestuft. Die Einteilung bildete schon lange nicht mehr die berufliche Realität in seiner Vielfalt ab“, erklärte Thies Kaspareit (Warendorf), Leiter der Deutschen Akademie des Pferdes, den Systemwechsel. Kaspareit war zusammen mit dem Ausbildungsleiter der Deutschen Reitschule in Warendorf, Hannes Müller, als Sachverständiger an der Überarbeitung der Ausbildung beteiligt. ; In der neuen Verordnung habe man sich nun bemüht, fünf gleichwertige Fachrichtungen zu unterscheiden, so Kaspareit. „Es freut uns, dass alle Interessengruppen so weit wie möglich berücksichtigt werden konnten und dass wir in die Fachrichtung Klassische Reitausbildung nicht nur die vielseitige Ausbildung des Pferdes, sondern jetzt auch ausdrücklich die vielseitige Ausbildung des Reiters integrieren konnten.“ Damit soll das Fach Unterrichtserteilung, wie geplant, künftig mehr Gewicht bekommen (BAYERNS PFERDE 5/10). ; Wie in den vergangenen 35 Jahren üblich, soll die Pferdewirtausbildung in den ersten beiden Jahren einheitlich verlaufen, die eigentliche Spezialisierung erfolgt erst im dritten Lehrjahr. „In der Realität stellt sich das aber anders dar, weil der Auszubildende von Beginn an in seinem spezialisierten Ausbildungsbetrieb ist und insofern gleichzeitig die allgemeinen Inhalte, aber auch schon viele der Spezialisierung entsprechenden Themen vermittelt bekommt“, räumt Kaspareit ein. Im nächsten Schritt müssen jetzt noch die Ausbildereignungsverordnung und die Verordnung über die Eignung der Ausbildungsstätten an die neue Verordnung angepasst werden. Bis es so weit ist, gilt eine Übergangsregelung. Bestehende Verträge angehender Pferdewirte, die sich bereits in der Ausbildung befinden, können in Absprache mit den zuständigen Stellen, in der Regel den Landwirtschaftskammern, umgeschrieben werden. fn-press/VC ;