Schritt reiten: Auf was achten die Richter?

Auf dem Turnier steht das Reiter-Pferd-Paar im Mittelpunkt der Beobachtungen von Richtern - doch was wollen sie im Dressurvierck sehen? Katrina Wüst, internationale Richterin, erklärt, worauf es bei einzelnen Lektionen ankommt.

So sieht ein guter Schritt aus: Eine losgelassene Oberlinie, eine klare V-Stellung, frei aus der Schulter. (Foto: Dill)

Oft ist es für Reiter einer Dressurprüfung schwierig, die Notengebung der Richter nachzuvollziehen. Katrina Wüst erklärt deshalb, worauf sie und ihre Kollegen beim Schritt reiten achten und wie die Noten zustande kommen.

Will die Notengebung einheitlich und nachvollziebarer machen: Katrina Wüst, internationale Richterin.

Was ist bei den Tempi im Schritt wichtig?

Auf was achten Richter beim Schritt reiten?

Versammelter Schritt: Das Pferd muss deutlich seine Silhouette verändern, die Hinterhand muss Last aufnehmen, der Hals muss sich aufwölben mit dem Genick als höchstem Punkt. Hier auch den Übergang vom starken Schritt beachten: klar am Punkt und innerhalb von wenigen Tritten. Reiter achten nicht immer genug auf die saubere Anlehnung, was mit Abzügen von 0.5 bis 1 Punkt geahndet werden sollte. (Begründung ins Protokoll!) Überfußen erlaubt? In geringem Maße ja, wenn das Pferd dabei versammelt, erhaben wirkt, vor allem nach einem großen starken Schritt. Nein, wenn das Pferd sich nicht versammeln kann und der Reiter es einfach so gehen lässt.
Mittelschritt: erkennbares Verlängern der Schritte, Öffnen des Rahmens, Freiheit der Schulter, Fleiß. Ein Mittelschritt ohne Übertritt kann noch im Bereich der 6 bewertet werden, wenn alle anderen Kriterien klar erhalten sind.
Starker Schritt: Ein großer Übertritt kann nur dann zu einer guten Note führen, wenn das Pferd auch aus der Schulter heraus frei und weit schreitet. Auf losgelassenen Rücken, deutliche Erweiterung des Rahmens und Dehnung ans Gebiss achten. Eine festgehaltene Oberlinie, ein überrunder Hals oder Aufgeben der Anlehnung müssen zu einem Abzug von mindestens 1 Punkt führen.