Sensation in Paris: Gestüt Ammerland holt den „Arc“

Der Sieg im bedeutendsten Galopprennen der Welt, dem Pariser Prix de l’Arc de Triomph am 6. Oktober, ein mit fünf Millionen Euro dotiertes Gruppe I-Rennen über die 2400 Meter-Strecke, ging nach Oberbayern!

Sieg für Gestüt Ammerland: Waldgeist und Pierre-Charles Boudot. Foto: Imago/Galoppfoto

Eigentlich hatte die gesamte Turf-Welt den dritten „Arc“-Sieg der englischen „Wunderstute“ Enable nach 2017 und 2018 erwartet. Kurz vor dem Ziel lag sie auch tatsächlich in Führung, wurde aber auf den letzten 200 Metern noch abgefangen: Der fünfjährige Hengst Waldgeist – bereits zuvor achtmaliger Sieger, zweimal davon auf Gruppe-I-Ebene – kam nach einem meisterhaft eingeteilten Ritt seines Jockeys Pierre-Charles Boudot schließlich eindreiviertel Längen vor Enable ins Ziel. Damit erfüllte sich der Lebenstraum von Waldgeists Besitzer, des Münchner Wirtschaftsanwalts und Rennvereinspräsidenten Dietrich von Boetticher, der seit 1989 im Gestüt Ammerland am Starnberger See Rennpferde züchtet.

Waldgeist ist ein gemeinsames Zuchtprodukt von Ammerland und dem englischen Newsells Park Stud des bekannten Züchters Dr. Andreas Jacobs. Der Vater des Fuchshengstes ist der irische Sadler’s Wells-Sohn Galileo, einer der bedeutendsten Vererber des 21. Jahrhunderts. Waldgeists Mutter Waldlerche, früher selbst eine gute Rennstute, ist eine Tochter des bedeutendsten deutschen Deckhengstes Monsun. Da dieser wiederum im Gestüt Isarland und damit ebenfalls in Oberbayern das Licht der Welt erblickte, gibt es gleich mehrere bayerische Elemente beim diesjährigen „Arc“-Gewinner.

Nichtsdestotrotz wurde bei der Siegerehrung vor 35.000 Menschen auf der prächtigen Bahn von Paris-Longchamp die Marsellaise gespielt, denn maßgeblich ist das Land, in dem das Siegerpferd trainiert wird. Und verantwortlich für den Sieg von Waldgeist zeichnete der vielfache französische Trainer-Champion André Fabre.