Stuttgart: Erster internationaler Sieg für Lisa Müller – und ein Lob von der Besten

Die Bayerin gewinnt den Grand Prix mit Gut Wettlkams Stand By Me OLD gegen Topkonkurrenz und wird im Special Dritte.

Ein starkes Team: Thomas und Lisa Müller, ihr "Stedi" und Trainer Götz Brinkmann. (Foto: Lafrentz)

Auf diesen Ausgang hätten die wenigsten gewettet: Lisa Müller und ihr zwölfjähriger Oldenburger entschieden die Qualifikation zum German Dressage Master für sich. Die Reiterin, die für den RFV Hachinger Tal startet, gewann den Grand Prix in der Stuttgarter Schleyer-Halle souverän mit 75.913 Prozent vor Ingrid Klimke mit Franziskus und Hubertus Schmidt mit Escolar.

Erster Start bei den Stuttgart German Masters, neue persönliche Bestleistung, den ersten Sieg in einem internationalen Grand Prix eingefahren – für die 30-jährige Lisa Müller aus Otterfing hätte das Debüt in der Schleyer-Halle kaum besser laufen können. Mit ihrem „Stedi“ genannten Wallach Stand By Me (von Stedinger) verwies sie die großen Namen des Dressursports auf die Plätze.

Hinter ihr platzierten sich Ingrid Klimke aus Münster und der Hannoveraner Hengst Franziskus mit 75.413 Prozent – auch für diese beiden hieß es: neue persönliche Bestleistung. Rang drei belegten Reitmeister Hubertus Schmidt aus Borchen und Westfalenhengst Escolar. mit 74.957 Prozent. Dahinter folgte der erst neunjährige westfälische Wallach ZINQ Abegglen FH mit seinem Reiter Marcus Hermes (Nottuln). Auch diese beiden stellten mit 74.652 Prozent für sich eine neue Bestmarke auf. Die Titelverteidiger im German Dressage Master, Isabell Werth und Westfalenwallach Emilio, die vor einer Woche noch im Weltcup von Lyon triumphiert hatten, wurden nach Fehlern unter anderem in der Piaffe mit 74.239 Prozent Fünfte.

Doch Werth wäre nicht Werth, wenn sie sich und ihre Pferde nicht immer wieder motivieren könnte. Im Special heute verteidigte sie ihren Titel souverän und wurde zum 16. Mal – zum vierten Mal in Folge mit Emilio – „German Dressage Master“. Ihr Ergebnis: 79,489 Prozent. Zweioter wurde Hubertus Schmidt, der mit Escolar auf 77,936 Prozent kam. Und Lisa Müller und ihr Stedi bestätigten ihre hervorragende Form und kamen mit 76,553 Prozent auf Rang drei.

Für die Bayerin ging mit ihrem ersten Start in der Schleyer-Halle ein Traum in Erfüllung. „Ich bin viel lieber hier als in der Allianz Arena“, schwärmte die 30-Jährige, die ihren Mann, den Fußballer Thomas Müller, regelmäßig zu den Spielen des FC Bayern München begleitet. Schwärmen konnte sie auch von ihrem „Stedi“: „Er will sich immer bewegen, immer weg vom Boden. Manchmal muss ich ihn ein bisschen bremsen, aber ich bin sehr froh, dass er so ehrgeizig ist.“

Ein dickes Lob für das Paar gab es auch von Isabell Werth, die die beiden im Training neben Heimtrainer Götz Brinkmann regelmäßig unterstützt: „Ich kenne das Paar ja schon lange und weiß um das Potenzial von Stedi. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die beiden da ankommen, wo sie jetzt sind. Natürlich brauchten sie ein bisschen Zeit, um in den Sport hineinzuwachsen und mit der Erwartungshaltung zurechtzukommen. Mit ein bisschen mehr Routine wird dann auch die Galopptour so sicher, wie die Trabtour jetzt schon ist.“ Schöne Aussichten.