Weltcup-Finale Dressur: Bayern auf den Plätzen drei, vier und zwölf

Wow! Die 18 weltbesten Paare – und gleich drei punkten in Paris für Bayern! Eine Reiterin und zwei Pferde aus dem Freistaat setzten sich in der heutigen ersten Runde, dem Grand Prix, bestens in Szene...

Platz drei im Grand Prix des Weltcup-Finales: Jessica von Bredow-Werndl und Unée BB. (Foto: Stefan Lafrentz)

Dressur ist langweilig? Ist sie eben nicht… Seit Jahren sorgen Duelle für Stimmung – zunächst war es vor allem die Konkurrenz zwischen Isabell Werth und der Niederländerin Anky van Grunsven, die die Spannung aufrechterhielt, dann die zwischen Werth und der Britin Charlotte Dujardin. Und jetzt bietet die US-Amerikanerin Laura Graves Deutschlands Dressur-Queen Paroli. Die 30-Jährige, die in Florida lebt, bis 2008 als Haar-Stylistin arbeitete und bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro Team-Bronze gewann, legte mit ihrem 16-jährigen KWPN-Wallach Verdades heute souverän vor: Als einziges Paar knackten die beiden im Grand Prix die 80-Prozent-Marke, und das deutlich: Mit 81,413 Prozent entschieden sie die erste Runde des Weltcup-Finales für sich. Die Richter waren sich übrigens einig, sieben Mal wurde das Paar auf Platz eins gesetzt. Mit deutlichen Abstand Zweite wurde Isabell Werth mit Weihegold und 78,261 Prozent, wobei sich auch da die Jury weitgehend einig war: Sechs Richter rangierten sie an Position zwei, lediglich die Richterin bei E, die Französin Isabelle Judet, sah das Paar an fünfter Stelle. Und Isabell Werth nahm’s gelassen: „Heute war Freitag, der 13. und einfach nicht unser Tag“, erklärte sie nach ihrem Ritt. „Weihe war sehr heiß, in den Einerwechseln, den Zick-Zack-Traversalen und im starken Galopp war sie einfach ein bisschen schneller als ich.“

Jessica von Bredow-Werndl punktete für Bayern mit Platz drei: Mit 75,668 Prozent verwiesen die junge Mutter aus Aubenhausen und ihr 17-jähriger KWPN-Hengst Unee BB Dorothee Schneider und Sammy Davis jr. Auf Platz vier.  Jessica von Bredow-Werndl war nach ihrem Ritt im Glück: „Ich bin sehr, sehr glücklich mit diesem dritten Platz, und wir werden morgen in der Kür alles geben, um diesen zu behalten“, sagte sie. „Ich weiß, dass es einige starke Reiter gibt, die uns schlagen wollen, aber unsere Kür ist sehr schwierig, und wir werden wieder unser Bestes geben. Es ist Unées letztes Weltcup-Finale und ich freue mich einfach, dass wir – das will er bestimmt nicht hören – ‚auf seine alten Tage‘ vor dieser Kulisse so eine Leistung abrufen konnten.“

Der Abstand war allerdings knapp: Dorothee Schneider, die Profireiterin aus Framersheim und der Bayernwallach, den sie „Sammy“ nennt (von San Remo-Wenckstern; Z.: Hans Volkert, Georgensgmünd; B.: Matthias Herbert), kamen auf 75,311 Prozent. – Eine tolle Ausgangsposition für die Weltcup-Debutanten! Trotzdem zeigte sich die Reiterin selbstkritisch: „Schade war der letzte Rumpler vor der Mittellinie, wo er mir einmal angaloppiert ist. So etwas sollte nicht passieren“, analysierte sie ihren Ritt.

Bayern zum Dritten: Auch Frankreichs Dressurszene setzt auf Pferde, die unter weiß-blauem Himmel geboren wurden: Zwölfter wurde der in Belgien lebende Franzose Ludovic Henry im Sattel von After You, mit dem er bei den Olympischen Spielen 2016 Platz 40 in der Einzelwertung belegt hatte. Henry hatte schon 2017 ins Weltcup-Geschehen eingreifen wollen, sich aber bei einem Sturz vom Pferd Rippenbrüche und eine Beckenverletzung zugezogen, sodass das „Unternehmen Weltcup“ erst jetzt realisiert werden konnte. Und das durchaus mit Erfolg! Der Mann mit dem Heimvorteil blieb mit dem 15-jährigen Wallach (von Abanos/Ragazzo; Z.: Ferdinand Helbach, Hilpoltstein) knapp unter 70 Prozent – Endergebnis: 69,224 Prozent. (mic)